Lennys Auswärtstest #4: München

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Bericht:


"Guy de Jong" Arena München

Anreise:
Vom Marienplatz fährt man mit der U6 nach Fröttmanning. Von dort folgt ein ca. 10-15 minütiger Fußmarsch über das Parkhaus (welches man nach dem Spiel stundenlang nicht verlassen kann, munkelt man) zum Stadion. Auf dem Rückweg muß man vor der U-Bahn an einer Art Ampelanlage warten. Das kann dauern. In der U-Bahn wird man von einer ausländisch sprechenden Stimme zu irgendetwas aufgefordert. Mangels Dolmetscher hab ich aber keine Ahnung zu was.

Stadion:
Von außen ein architektonisches Highlight, wäre da nicht die übergroße Reklame eines bekannten deutschen Versicherers. Keinerlei Vereinswappen säumt den Weg oder verziert das Gebäude, aber um Fußballvereine scheint es ja schon länger nicht mehr primär zu gehen. Im Umfeld finden sich auch keinerlei Bierbuden, Imbisse oder Kneipen. Da hatte der Olympiapark definitiv mehr zu bieten. Wir gehen aber sowieso vorher meistens in die Augustiner Bierhalle zwischen Karlstor und Marienplatz, die immer fest in Hamburger Hand ist.
Im inneren findet sich eine reine, dreistöckige Fußballarena, die 69000 Zuschauer faßt. Es gibt einen Rundlauf, man ist also als Gästefan nicht so eingesperrt, wie andernorts. Auch gibt es genügend Bierstände, aber zuerst muß man sich diese unsäglichen Arenacards aus dem Automaten ziehen. Dort findet sich dann auch die obligatorische Schlange. Welchen Vorteil der Fan davon haben soll, daß man sich an zwei Stellen zusammengenommen genau solange (oder länger) anstellen muß wie beim normalen Zahlungsverkehr, habe ich noch nicht ganz verstanden (außer, daß die Cateringfirmen Personal entlassen können, wie schön...).

Gastronomie im Stadion:
Es gibt Vollbier (Hacker-Pschorr) für EUR 3,10 und diversen Freßkram, den ich aber noch nicht getestet hab.

Gästeblock:
Der Gästebereich befindet sich in den Blöcken 242 bis 246 im Mittelrang und 340 bis 347 im Oberrang. Stehplätze gibt es keine, der billigste Platz im Block 345 kostete uns EUR 12. Im Oberrang ist man zwar inmitten der durchgehend anfeuerungswilligen Teile der HSV Gemeinde, aber das gegenüberliegende Tor muß man da schon mit nem Fernglas suchen. Im Mittelrang ist die Sicht entsprechend besser, aber auch das Portemonnaie wird stärker belastet. Beim Pokalfight fiel auch unangenehm auf, wie viele Mitglieder offenbar ihr Vorkaufsrecht mißbrauchen und Karten gewinnbringend verscheuern oder gleich ihre Kumpels in Bayern Montur mitbringen. Da muß man sich beim Supporters Club noch mal einige Gedanken machen. Auf jeden Fall saßen hinter uns solche Deppen und waren so blöde, beim Gegentor auch noch zu jubeln. Und da soll man ruhig bleiben....

Heimblöcke:
Das haben der Franz, der Uli und der Kalle sauber hinbekommen: Man nehme ein echtes Fußballstadion anstatt einer Leichtathletikarena, trenne den ehemals großen Heimfanblock auf verschiedene Tribünen auf, sagt „jo mei, wir haben wohl die Stehplätze vergessen“ und dröhne die Zuschauer mit Millionen von Werbewatt ohrenbetäubend zu. Was kommt bei raus? Richtig, eine Heimstimmung wie bei Werder, Leverkusen oder Wattenscheid. Und dabei könnte man hier wirklich ohrenbetäubenden Lärm machen. Von den Geraden kommt gar nichts und die paar fahnenschwenkenden Ultras auf der anderen Seite geben ein trauriges Bild ab. Nun gut, wenigstens hat der Gästeanhang dafür ein leichtes Spiel.

Fazit:
Ein eigentlich tolles Stadion, indem aber wie so oft der Kommerz regiert. Aber ich muß jetzt wenigstens nicht mehr andauernd im Winter hinfahren, vor lauter Angst das Ende der Serie zu verpassen.



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